Mittwoch, 1. Juli 2015

Flitterwochen Tag 1: Von der Drauquelle nach Lienz

"Wasser findet immer seinen Weg,
folge ihm und Du findest Deinen."

Weisheit


Der Drauradweg gilt als einer der schönsten Radwege Europas und führt vom Ursprung der Drau in Toblach in Südtirol bis nach Maribor in Slowenien. Eine Teilstrecke von diesem Radweg hatten wir uns für unsere Flitterwochen vorgenommen: von Toblach bis nach Villach und über den Wörtherseeradweg zurück nach Klagenfurt. Bei unseren Reiseplanungen wurde allerdings schnell klar, dass wir zwar der Drau von Toblach Richtung Villach folgen würden, dass wir dabei aber auch einige schöne "Umwege" machen würden. Und so führte uns unsere Flitterwochen-Radltour auch zum Weissensee, zum Millstätter See, auf die Gerlitzen Alpe und zum Ossiacher See. Insgesamt fuhren wir so 272 gemütliche Kilometer... Auch das Wetter war uns größtenteils gnädig; nur einmal hat uns der Regen ordentlich erwischt - aber dazu kommen wir noch ;-)

Tag 1

Radlroute: Innichen - Toblacher Feld (Drauquelle) - Innichen - Sillian - Lienz
Strecke: 51,5km
Bergauf: 130m
Bergab: 639m




Kurz vor halb sechs ging der Wecker und schon kurze Zeit später saßen wir auf unseren vollbepackten Fahrrädern und fuhren zum Bahnhof Klagenfurt West. Walters Satteltaschen nur halbvoll und mit einigen nützlichen Dingen (z.B. Werkzeug) gefüllt; Julias Taschen wieder einmal randvoll mit vielen Kleidungsstücken und Schuhen, deren Nützlichkeit von Walter stark in Frage gestellt wurde... So wie immer eben :-)





Ob es an der frühen Uhrzeit oder am neuen Bahnhof mit Schilderwald lag, kann keiner von uns mehr sagen; auf alle Fälle warteten wir überpünktlich und brav auf unseren Zug - aber am falschen Bahnsteig! Dieser Irrtum wurde erst klar, als unser Zug auch schon zu sehen war. Worauf eine kleine Jagd von Bahnsteig zu Bahnsteig folgte, die dank Walters Geschwindigkeit erfolgreich war. Zum Glück hat der neue Bahnhof dort Rampen und keine langsamen Lifte!




Für die Zugfahrt nach Südtirol haben wir uns schon vorab das ÖBB-Kombiticket "Kulinarisches Radwandern am Drauradweg" geholt, das die Bahnfahrt inkl. Fahrrad, Gutscheine für Drauradwegwirte sowie ein kleines Büchlein mit Streckeninfos, Sehenswürdigkeiten, Rezepten, usw. beinhaltet. Das Ticket zahlt sich richtig aus sobald man bei Drauradwegwirten speist oder übernachtet. Allerdings gibt es auch einen kleinen Haken: als Endbahnhof kann nicht Toblach sondern nur Sillian gewählt werden. Und ein Extra-Ticket über die österreichisch-italienische Grenze von Sillian nach Toblach ist scheinbar einfach nicht zu bekommen; weder über den Online-Ticketshop noch beim Ticketschalter am Bahnhof. Dabei ist es auch nicht hilfreich, wenn Schalterbedienstete glauben, dass die Drau durch Niederösterreich fließt ;-)
Also entweder die 15km von Sillian nach Toblach selber hochstrampeln, für die kurze Strecke ein überteuertes "internationales Bahnticket" kaufen oder - so wie wir - ein Extra-Ticket bis Innichen/San Candido nehmen. Der kleine Ort liegt zwar auch schon in Südtirol, die Tickets dorthin sind aber problemlos erhältlich (logisch, oder?).

Die Drauquelle ist etwa 2km vom Bahnhof Innichen entfernt und liegt nicht direkt am Drauradweg sondern im Wald oberhalb des Toblacher Feldes. Der dort angelegte Rastplatz ist richtig idyllisch und lädt zum Verweilen ein. Und irgendwie ist es kaum zu glauben, dass aus diesem Bächlein die Drau wachsen soll :-)







Von Innichen nach Lienz ist der Drauradweg sehr gepflegt, geht - zu Julchens Freude - oft bergab und besticht durch wunderschöne Landschaft und idyllische Dörfer. Bestimmt ist der Radweg noch schöner, wenn die Berge ringsum sich nicht hinter Wolken verstecken, aber auch bei wolkenreichem Wetter gibt es einiges zu sehen. Außerdem ist es richtig spannend wie schnell aus der kleinen Drauquelle ein kleiner Fluss wächst. Allerdings kann es mangels wärmender Sonne und durch das ständige Bergab zwischendurch richtig kühl werden. Sogar Walter hatte manchmal eine Jacke an (ja, eine richtige Jacke!).








Was man auf dieser Radlroute unserer Meinung nach unbedingt gesehen oder gemacht haben sollte:
  • durch die schöne Altstadt von Innichen spazieren und in einem der hübschen Gastgärten einen italienischen Cappuccino genießen (immerhin ist man nicht lange in Italien)
  • in der Metzgerei Ortner in Sillian eine köstliche Leberkässemmel schmausen (heißt dort allerdings Fleischkässemmel...)
  • kurz nach Mittewald beim schönen "Wasserfallgraben" eine Pause machen (an heißen Tagen ist der Wasserfall dort auch bestimmt eine schöne Abkühlung)




Nach 51,5km erreichten wir unser Ziel für den ersten Radltag: Lienz! Von dem Beinamen "Sonnenstadt" konnten wir uns leider nicht überzeugen; die Sonne zeigte sich während unserem Aufenthalt genauso wenig wie die Lienzer Dolomiten ;-)





Dafür konnten wir in Lienz gleich zwei tolle Drauradwegwirte kennenlernen und ein paar Gutscheine verpulvern. Im Romantikhotel Traube hatten wir ein Zimmer reserviert und im Gasthaus Goldener Fisch gönnten wir uns ein belohnendes Abendessen :-)

WEITER zu Tag 2: Von Lienz zum Weißensee




Weitere Bilder von unserem Radltag:

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